© Wer ist Johann?

Es ist eine kleine Geschichte. Aber weil sie so unaufhörlich spannend ist, hat der goldene Esel entschieden, diesen Wurf zu werfen. Raus kamen Münzen aller Art. Regenbogen, gelb, rot, orange, grün, blau, violett. Das Kind sah zu. Es kam aus dem Staunen nicht raus. Die Faszination galt weniger den Münzen oder dem fröhlich, lachenden Esel, was faszinierte war das rund herum. Wie eine Welt die erschien. Und mit diesem Scheinen hat Ulas das Licht entdeckt. Der Bann so stark wie ein Magnetfels. Der Anblick verzauberte, erhellete und war einfach magisch, so magisch, dass der Esel reagierte. Er bermerkte wie die Augen des Jungen zu glitzern begannen, für ihn war das ganz was Neues. Man sagte ihm nach, dass er dumm sei. Und dass man ihn ständig mit dem Pferd oder dem Zebra verglich, das war auch etwas was ihm als Grauhäuter weniger bekömmlich war. Das wusste er. Und um ehrlich zu sich selbst zu sein, nahm er es an. Ja solange er nicht des besseren informiert wurde, solange war dies die geltende Wahrheit. Ganz einfach. Verständlich für jeden Esel dieser Welt. Doch jetzt, ja jetzt, jetzt wurde er klüger. Mit einem Male. Mit einem Blick. Mit einer Information. Der Esel spürte die Kraft die von dem Jungen aus ging. Die Seelen sprachen zueinander. “Häh, wart mal!” unterbrach Hanna, die ebenfalls mithörte. Ihr war das einfach etwas zuviel. Sie verstand nicht wovon gesprochen wurde. Hanna nimmts genau und Hanna findet, dass wenn etwas existiert, dann hat es ja seine Berechtigung entdeckt und verstanden zu werden. Hanna ist ein berühmtes Mädchen. In der Schule hört man auf sie. Ja sie ist klug. “Aber es neeerrvvvttt!” stört sich Julia, und noch im selben Moment meldet sich Julian zu Worte “Was hat denn der Esel gesagt? Kann er sprechen? Was ist eine Seele?” Hanna lauschte die Reaktionen, das sind Sachen die sagt Hanna einfach niemandem, weil sie weiss es einfach und sie hört nicht auf das was man ihr sagt, sondern auf das was wirklich gesagt wird und für sie war es einfach reine Logik, Julia in diesem Fall zu ignorieren und Julian den Vorrang zu geben um auch ihre Frage beantworten zu lassen:”Ja wer ist denn der Esel?” (Wer der Esel ist!) Die Geschichte nahm ihren Lauf. Der Esel stellte sich vor und teilte den Kindern mit, dass er Johann hiesse und das dies der Name wäre, den er sich selbst gegeben hätte. Und was eine Seele genau sei, das müsse man seinen Freund das Pferd fragen, die seien schon länger hier und die wüssten einiges mehr, als manch einer denke. Ulas blickte den Esel an, er hörte ihn zwar sprechen, aber er wusste das seine eigentliche Konzentration ganz etwas Anderem galt. Er versuchte herauszufinden, was der Anlass für seinen Entscheid gewesen sei. Und versuchte herauszufinden was das für eine Kraft war, die diese Welt um den Esel erscheinen liess. Und plötzlich fiel es ihm wie ein Schuppen vor den Augen. Zack – Bumm. Der Vater dachte, dass dies der ideale Zeitpunkt sei, um die Geschichte zu beenden, so hätten die Kinder und allen voran die Zwillinge – welche sich im Geheimen IMMER austauschten, die Möglichkeit eigene Vorstellungen zu entwickeln. Doch die sahen das alles ganz anderst! Allen voran Hanna, denn Hanna wusste ganz genau, dass der Vater noch viel viel mehr zu sagen hätte und sie wusste auch wie sie fragen musste um noch ein Stückchen von dieser Geschichte zu erhalten. Sie wiehrte wie ein Pferd. Genau so lange und in der Lautstärke in der es nötig war um den Wunsch zu vermitteln. (Sie wusste, der Vater würde sich inspiriert fühlen). Die Zwillinge kicherten, auch sie wussten, Ziel erreicht und rutschten auf ihren Kissen in bequeme Zuhörstellung. Tatsächlich, der Vater blickte in die erwartenden Gesichter und auch er wusste, jetzt könne er niemals aufhören, es wäre viel zu schade, dieser Harmonie zum jetzigen Zeitpunkt ein Ende zu bereiten. Aber irgendwie und irgendnächstens musste er die Hungermäuler auch ins Bett kriegen, was ja nur die erste Hürde darstellte, mit schnellem Schlaf beschenkte ihn nur Hanna, die andern hatten so ihre Methoden ihn länger zu beanspruchen. Und so dachte sich der schlaue Mann, er würde ein perfektes Ende bereiten. Die Kinder sahen ihn noch immer an, sie wussten, manchmal, da mussten sie einfach ganz kurz geduldig sein und dann haben sie das, was sie wollen bereits erhalten. Ja sie lernten schnell und das war ihre Eigenheit und ihr wertvollster Schatz gleichermassen. Hanna setze sich senkrecht, manchmal glaubte sie wenn sie ganz genau hinsah, den einten oder anderen Gedanken ihres Vaters abzufangen. So sah sie ihm an, dass er einen Plan hatte und dass es ihm um die Zwillinge ging. Sie lachte, denn das wussten Julia & Julian nicht. Das war ihr Vorsprung gegenüber dem Duo. Der Vater blickte nochmals in die aufgeregten, gespannten Augen seiner Sprösslinge und freute sich doch auch sehr der Geschichte nochmal einen Atemzug geben zu dürfen. Ulas schloss die Augen und öffnete sie wieder. Er wiederholte es so oft bis diese müde davon wurden. Und die Kraft und Magie sie war einfach noch da. Er verstand, dass er etwas Neues zu sehen gelernt hätte. Er überlegte, ob das vorher schon da war und ob er derjenige sei, der das neu zu sehen gelernt hätte. Ja das war die Antwort, das war der Schuppen, welcher ihm wortwörtlich vor die Augen fiel. Früher, da ging er am Esel vorbei. Der Esel hatte keine Bedeutung für ihn. Wieso auch, war ja einfach ein dummer Esel, und seinen Namen fand er auch karg, trocken und sprach ihn überhaupt nicht gerne aus. Wer erfindet den schon einen Namen wie Hut für einen Hund, nur dem kann so eine Idee wie Hund für einen Esel in den Sinn kommen. Ja der Verkäufer des Esels war ja wirklich ein gehobener Mensch, aber den Tieren gegenüber brachte er den nötigen Respekt nicht auf. Und weil viele glaubten, dass weil er reich war, er auch recht hätte, ahmten sie ihn nach, in der Hoffnung so auch reich zu werden. Das war der Grund wieso Johann Hund hiess und die Esel für dumm gehalten wurden. Johann wusste das, denn Johann ist sehr klug, deshalb versuchte er den unglücklichen Inhaber auch aufzustellen, doch was er auch immer tat – ob er ihn auf Trab hielt indem er davon rannte, ob er lauthals “IIIaaahhhhh” rufte oder ob er ihm in Ruhe was vermitteln wollte, der Knilch wollte einfach nicht hinhören! So entschied sich Johann abzuwarten, bis der richtige Augenblick gekommen war um seinem Leben Ausdruck zu verleihen. Die Warterei machte ihn müde und so schlief er eines Nachts ein und träumte, wie er es zwar beinahe jedes Mal tat, aber diesmal, da spürte er etwas ganz Spezielles. Den er wollte Schlafen, und er wollte Träumen. Und am nächsten Tag mit den ersten Sonnenstrahlen, ja da, da traf er seinen Entscheid! Und Johan wünscht allen in jeder Nacht so einen wundervollen Traum. Er sagt, man müsse nur wollen. Hanna war bereits müde geworden, sie wusste nicht immer recht, was echt und was erfunden war, was ihr Vater ihnen erzählte, darum entschloss sie sich der Sache auf den Grund zu gehen. Die Zwillinge kamen aus dem Staunen nicht mehr raus, sie waren so erfüllt, dass sie jetzt unbedingt schlafen gehen wollten. Sie freuten sich so sehr auf ihre Träume, dass es dem Vater nur noch ganz kurz erlaubt war, Gute Nacht zu wünschen.

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